Cala Millor | SENTIDO Castell de Mar

Nach 15 Jahren hat es mich dieses Jahr das erste Mal wieder auf die „Insel der Deutschen“ verschlagen. Was ursprünglich als Haupturlaub geplant war, wurde dann durch die Thailand-Reise im April eher zum Zweiturlaub 🙂

Ich muss auch ehrlich gestehen, dass ich im Vorfeld einige Bauchschmerzen hatte. Nach der anfangs euphorischen Buchung, kamen dann schnell die Vorstellungen von einem überfüllten Strand, anstehen beim Abendessen und wunderschönen Souvenir-Shops (mit originalen Michael Kors Taschen). Einige meiner Befürchtungen traten auch ein, andere wiederum positiverweise auch nicht.

Warum ich trotzdem kein Mallorca-Fan bin, erfahrt ihr jetzt in meinem Beitrag.

Mallorca ist es dieses Jahr geworden, weil ich nach so langer Zeit neugierig war, was aus dieser Insel geworden ist. Okay, ich war 2002 das letzte Mal dort, habe mich zudem ausschließlich am Ballermann rum getummelt und unweit vom Bierkönig entfernt meinen jetzigen Mann kennengelernt. Aber die Jahre davor habe ich auch schon Alcudia, Playa de Moro und andere Gegenden auf Mallorca gesehen. In Erinnerung sind mir stets die wirklich schönen Strände geblieben….

Gebucht haben wir die Reise über Holidaycheck, hat alles erstaunlich gut geklappt. Da gab es wirklich nichts zu beanstanden und obendrein winkte ein Rabatt von 100 Euro. Da ich generell nie eine Beratung bei Reisen benötige (ich berate mich da lieber selbst), habe ich schon seit Ewigkeiten nicht mehr in einem Reisebüro gebucht und bin damit immer gut gefahren bzw. geflogen 🙂

Unser Flug mit Germanwings | Eurowings

Wir fliegen mit Eurowings, hmm eine Discounter-Airline. Naja für 2 1/2 Stunden dürfte das kein Problem sein. Online Check-In haben wir nicht genutzt, da es nur noch bescheidene Plätze zur Auswahl gab. Check-In am Flughafen Tegel hat dann gefühlte 5 Stunden gedauert, da nur 2 Schalter (teilweise sogar nur einer) besetzt war. In Wirklichkeit waren es „nur“ knapp 60 Minuten, aber die Schlange hinter wurde immer länger und länger.

Belohnt wurden wir ganz ohne Aufpreis auf dem Hinflug mit Plätzen in der 4. Reihe, was bei Eurowings die Kategorie „More Legroom“ bedeutet. Zurück kam es dann noch besser, denn wir saßen in Reihe 1 (Kategorie „Best“). Das war so herrlich, denn wir hatten tatsächlich Platz ohne Ende und das auf beiden Flügen.

Flug mit Eurowings mit mega Beinfreiheit

Der Service an Bord war in Ordnung. Die Crew war ziemlich locker drauf und hatte anscheinend Spaß an der Arbeit. Getränke und Essen sind kostenpflichtig, aber das war uns vorher schon bewusst. Ein paar NicNacs, Getränke und Fruchtgummi wurden trotzdem gekauft 🙂

Reiseveranstalter TUI

Als Reiseveranstalter für die 10 Tage Malle habe ich TUI ausgewählt, was hauptsächlich daran lag, dass meine Tochter mit 13 Jahren dort noch zum Kinderpreis mitreisen dufte, was uns einige hundert Euro Ersparnis eingebracht hat.

Aber auch so war TUI eine gute Wahl. Die Reiseunterlagen wurden uns zwar erstaunlicherweise nur online zur Verfügung gestellt, was aber zu keinem Zeitpunkt irgendein Problem dargestellt hat. Der Flughafentransfer hat wunderbar geklappt. Nach Cala Millor hat uns ein Mini-Bus gebracht und zurück ging es sogar mit dem Taxi, Tui hatte anscheinend nicht genug Busse für die Masse an Touristen. Uns sollte es Recht sein, denn wir waren ruck zuck am Flughafen.

Ob wir die guten Plätze im Flieger und das tolle Zimmer im Hotel auch TUI zu verdanken haben, kann ich leider nicht beurteilen, aber irgendwie hatte ich zumindest das Gefühl.

SENTIDO Castell de Mar

Das Hotel SENTIDO Castell de Mar habe ich ganz plump durch die Bewertungen auf Holidaycheck gefunden. Da ich schon lange nicht mehr auf Mallorca war, konnte ich mich nur darauf verlassen. Eine Bewertung von 5,5 Sternen und 98% Weiterempfehlung konnten mich zu einer Buchung überzeugen, auch wenn ich über die Preise auf der Lieblingsinsel der Deutschen nur staunen konnte.

Das Hotel liegt in Cala Millor in erster Strandlinie, was für mich immer ganz besonders wichtig ist. Im Urlaub muss ich aus dem Zimmer das Meer sehen und riechen können. Hier wurden wir im Sentido mit einem wahnsinnigen Ausblick belohnt.

SENTIDO Castell de Mar

Auch wenn das Hotel von außen den Charme der 80er versprüht, also ein richtiger „Klotz“ direkt an der Promenade, macht es von innen einen guten Eindruck. Das „elegante“ Design der öffentlichen Bereiche, also Lobby & Co, ist zwar Geschmackssache, aber war jetzt nicht ganz mein Ding.

SENTIDO Castell de Mar – Lobby

SENTIDO Castell de Mar – Bar

Auch das Zimmer an sich war jetzt nicht der Kracher, im Gegensatz zu unserer Suite in Thailand beklemmend klein und eng. Die drei Betten passten gerade so hinein und der Schrank hatte seinen Namen auch nicht wirklich verdient. Das Badezimmer war jedoch relativ frisch renoviert, war ausreichend groß und hatte eine tolle ebenerdige Dusche.

SENTIDO Castell de Mar – Zimmer

Das Castell de Mar hat insgesamt 12 Etagen und wir haben ein Zimmer in der obersten Etage bekommen. Genau mittig mit dem besten Blick auf die gesamte Bucht. Wow, das war schon echt der Hammer! Jeweils neben uns urlaubten ein paar ältere Herrschaften, die anscheinend mindestens 100 Mal im Jahr dort hinfahren und immer die gleichen Zimmer buchen. Das Gute an der ganzen Geschichte, wir mussten für dieses Upgrade keinen Cent mehr bezahlen. Gebucht hatten wir nämlich nur ein Zimmer mit seitlichem Meerblick.

Zimmerausblick aus Etage 12

SENTIDO Castell de Mar | Ausblick aus dem Zimmer

Positiv zu erwähnen ist auf jeden Fall das Essen im Hotel. Wir haben schon in vielen Hotels gegessen, aber von der Qualität der Speisen ist das Castell de Mar ganz weit vorne. Es war zwar leider immer recht laut im Speisesaal, aber in der Hauptreisezeit lässt sich das wohl nicht ganz vermeiden. Ein weiterer Pluspunkt waren die sehr hübschen Damen und Herren (Einstellungsbedingung: Model) am Empfang, extrem freundlich, hilfsbereit und immer ein Lachen auf den Lippen.

Schokobrunnen 🙂

Obstauswahl

frische Meeresfrüchte

Der Poolbereich war in Ordnung, aber für die Menge an Gästen vielleicht etwas klein. Es gab jedoch zu jedem Zeitpunkt freie Liegen und durch die frische Temperatur des Wassers war es auch im Pool immer recht überschaubar leer. Animation war praktisch, bis auf ein paar Klassiker wie Darts und Boccia, nicht vorhanden. Am Pool wurden wir aber ordentlich mit Musik beschallt. Sehr großzügig und schön gestaltet ist der Wellness-Bereich mit Schwimmbad, Whirlpool, Sauna und Fitnessbereich.

SENTIDO Castell de Mar | Pool

SENTIDO Castell de Mar | Whirlpool

Cala Millor

Der Strand ist in Cala Millor wirklich wunderschön, dafür aber auch proppenvoll! Trotz der super teuren Liegen ist das mal der krasse Gegensatz zu den einsamen Stränden in Thailand. Auch wenn das Meer glasklar und hübsch Türkis schimmert, macht es mir persönlich keinen Spaß mich dort aufzuhalten. Am Morgen beim Sonnenaufgang könnte ich mich glatt verlieben, aber sobald der Bagger anrollt, um den Strand zu reinigen und gerade zu schieben, vergeht jegliches Urlaubsfeeling bei mir. Denn kurze Zeit später sieht man kaum noch Sand, sondern nur noch die Liegen, Handtücher, Luftmatratzen und Sonnenschirme…sowie ganz ganz viele Menschen. Ich glaube, im Sommer auf Mallorca einen wirklich einsamen öffentlichen Strand zu finden, ist unmöglich. Wir sind einen Tag zu einer Bucht in Santanyi gefahren, aber auch dort war es einfach nur voll.

Ansonsten spricht man in Cala Millor deutsch! Aus den Kneipen und Bars dringt am Abend deutscher Discofox und Ballermann Musik. In der Discothek vor Ort erwartet man immer dienstags den Malle-Jenser. So haben wir an einigen Abenden in der Bar „Zur Zapfsäule“ Musik von Mickie Krause und Ikke Hüftgold gehört, teilweise sogar lautstark mitgesungen und hatten dabei durchaus unseren Spaß 🙂 Party machen kann man, zumindest bis zu einem gewissen Grad, auch in Cala Millor.

Abends an der kilometerlangen Promenade entlang zu gehen, gehörte zu unserem täglichen Programm. Entweder direkt am Strand oder in der zweiten Reihe in der Shopping-Meile gab es das ein oder andere schöne Geschäft oder Lokal zu entdecken. Hier habe ich mich sehr wohl gefühlt, da neben den klassischen Souvenir-Läden auch viele Geschäfte mit hochwertigen und optisch sehr ansprechenden Produkten Lust auf Shopping machen. Fake-Klamotten wie z.B. in der Türkei findet man dort eigentlich fast ausschließlich bei den wenigen fliegenden Händlern am Strand, welcher aber nicht sonderlich aufdringlich waren. Für Kinder gibt es ganz große Abenteuer-Landschaften mit Hüpfburgen, Mini-Autos und Karussells. Ganz nett gemacht, aber halt auch wieder ziemlich voll am Abend.

Mallorca und die Deutschen

Der wohl ausschlaggebendste Punkt, warum ich Mallorca nicht wirklich viel abgewinnen kann, sind wir Deutsche. Ja ich bin auch deutsch, aber irgendwie anders als der klassische Mallorca-Urlauber. Deutsche Urlauber haben (ich muss jetzt mal pauschalisieren, sorry!) einen Stock im Allerwertesten, immer so komisch steif, also überhaupt nicht entspannt. Dazu kommt noch, dass über alles gemeckert wird, sogar über Kleinigkeiten, also auch hier wieder nicht entspannt genug, einfach mal Urlaub zu machen. Wahrscheinlich unzufrieden im Leben und im Urlaub wird es dann mal richtig rausgelassen. Und ich finde, das viele Deutsche immer grimmig schauen, besonders die ältere Generation macht mir da manchmal richtig Angst. Naja und Spanisch hört man auf Mallorca oder zumindest in Cala Millor eigentlich nirgendwo. Das hat für mich alles wenig mit Urlaub zu tun. Man könnte denken, man ist an der Ostsee.

Wir hatten bislang in jedem Urlaub Kinder um uns herum, was uns grundsätzlich auch gar nicht stört, aber in Cala Millor ist es lautstärkemäßig echt nah am Hörsturz.

10 Tage Mallorca

Ich habe mich gut erholt in diesen 10 Tagen und ich kann auch sagen, dass es eine schöne und lustige Zeit in Cala Millor war. Nichts desto trotz hatten diese 10 Tage für mich nicht viel mit meinem Verständnis von Urlaub zu tun. Alles ist sehr kommerziell und nur auf die vielen Touristen ausgelegt. Auch in den kleineren Städten findet diese Wandlung immer mehr statt. Ich glaube, dass das der Entwicklung dieser schönen Insel nicht gut tut.

Natürlich bin ich mir sicher, dass es irgendwo da draußen auf Mallorca noch unentdeckte und bestimmt ganz wundervolle Ecken und Plätze gibt, aber leicht zu finden sind diese ganz gewiss nicht mehr, zumindest nicht im Sommer!

4 Kommentare

  1. Wow! Vielen Dank für die tollen Eindrücke !!
    Unsere Familie hat auf Mallorca selber eine kleine Wohnung im tollen Paguera! Wir haben beim Aufenthalt öfters Besuch und suchen natürlich nach Wohngelegenheiten für den Besuch ! Das Hotel SENTIDO sollten wir uns nach Deinem Bericht einmal selber ansehen ! Sieht wirklich klasse aus 🙂

    Im Februar und im Juni sind wir wieder auf Mallorca und dann werden wir garantiert mal nach CALLA MILLOR fahren!

    Vielen Dank für den schönen Beitrag ! Freut mich immer wieder Beiträge von mir nicht bekannten Orten zu sehen !

    Herzliche Grüße,
    Fredi

  2. Cala Millor gefiel uns immer sehr gut, allerdings fahren wir nicht direkt im Hochsommer dorthin wenn es so voll ist. Da kann ich dich voll verstehen. Und dann muss es ein Mietwagen sein mit dem wir die Insel erkunden. So findet man schon noch schöne Ecken, aber es ist schon schwer. Ein sehr schöner Bericht von dir!

  3. Schöner Bericht, ich will auch mal – nicht zur Hauptsaison – auf die Insel. Danke für deine Tipps – zu viele Touris und Kommerz hören sich aber echt nicht so gut an – auf den Fotos sieht das so schön leer aus.

    Liebe Grüße,
    Sylvia

  4. Das Hotel sieht ja super aus! Schön, dass du dich erholen konntest.
    Ich war bisher einmal dort, auch im selben Ort- aber erneut zieht es mich da nicht hin.
    Liebe Grüße!

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